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Gedanken zur Gürtelprüfung

Fast genauso regelmäßig wie Weihnachten treten alljährlich zu Zeiten der Gürtelprüfungen die gleichen Probleme auf: heftige Diskussionen mit Eltern, deren Kinder von den Trainern nicht zur Prüfung ausgewählt werden. Es sind nur wenige, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, aber es sind immer die gleichen Fragen:

- Jetzt ist mein Kind schon so lange in dieser Gruppe, macht es denn immer noch keine Fortschritte? Ist mein Kind denn so unfähig?

- Der Trainer muss durchgreifen, wenn mein Kind nicht aufpasst, sonst schafft es ja nie die Gürtelprüfung!

- Mein Kind kann zu Hause alles! Mag der Trainer mein Kind vielleicht nicht? Werden andere Kinder bevorzugt?

- usw.

Für viele Eltern ist die Gürtelprüfung wie das Erreichen des Klassenziels, die Nichtzulassung wie: "Durchgefallen, Klasse bitte wiederholen!" Diese Einstellung wird dann oft auf die Kinder übertragen, denen das Thema "Neuer Gürtel" meist gar nicht so wichtig ist. So ist die Gürtelprüfung nicht allein eine Sache des Könnens, sondern auch der Reife, der Einstellung zum Judo an sich! Und das lässt sich nicht mit Üben oder Druck erreichen! Die Wartezeit zwischen den Prüfungen ist eine Mindestzeit und nicht der Zeitpunkt für die "Versetzung" in eine neue Gruppe.

Das Leistungsdenken ist doch in der Schule ohnehin schon so ausgeprägt, dass dies nicht auch noch auf den Sport bzw. die Freizeit übertragen werden muss. Gerade wenn die Kinder erst mit dem Judo begonnen haben, zählen auf der Matte die Freude an der Bewegung, dem Sport miteinander und das Erlernen der Disziplin! Auf dieser Basis kommt die Leistung beim Wettkampf und die Bereitschaft, sich auf einen neuen Gürtel vorzubereiten, von ganz alleine.

Vieles, was die Kinder lernen und trainieren, sieht am Mattenrand sehr einfach aus, die Schwierigkeiten bei der Umsetzung merkt man aber erst dann, wenn man es selbst einmal versucht. Wer es nicht glaubt, kann es jederzeit beim Erwachsenentraining ausprobieren!

Aber Vorsicht! Wir wollen die Eltern nicht vertreiben! Im Gegenteil: Wir brauchen die Eltern bei der Unterstützung ihrer Kinder, ihnen die Angst vor Gürtelprüfungen und Wettkämpfen zu nehmen, sie zu ermuntern, wenn sie einen Durchhänger haben und nicht mehr zum Training kommen wollen; bei der Mitarbeit im verein, z.B. bei Veranstaltungen, deren Erlös den Kindern wieder zugute kommt.

Zum Schluss sei noch angemerkt, dass sich die Trainer, die alle ehrenamtlich tätig sind und ihre Freizeit opfern (sicherlich weil es ihnen auch Spaß macht), die Entscheidung, wer zur Gürtelprüfung zugelassen werden kann, nicht leicht machen und oft lieber helfen wollen, als den Termin für das Kind zu verschieben. Doch beurteilen können es letztlich nur die Trainer.

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