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Freizeit Leichtathlethen im Untergrund

Im Jahre 1530 weiß es das kleinste Kind im Markgrafentum: Schwabacher Bier schmeckt und ist gesund. Als Grundnahrungsmittel gehört es zum Leben wie das liebe Brot. Im „Teutschen BierAlmanach“, verfasst vom Andechser Mönch und Bierpapst Potus Ubriacus, ist das Gebräu an herausragender Stelle erwähnt: Ubriacus stellt das süffige Rotbier auf eine Stufe mit dem berühmten Starkbier der Stadt Einbeck.

KellerbesichtigungBier gehört, so sagt uns ja das alte Stadtwappen, zur Stadtgeschichte. Ein Grund also der Sache auf den Grund zu gehen, meinte Enikö Mittler, Abteilungsleiterin der "48er" Leichtathleten. So traf die Gruppe vor der Franzosenkirche auf den Stadtführer Ulrich Distler, der in einer kleinen Übersicht, unterstützt durch alte Fotografien, zunächst auf das wichtige Gewerbe hinwies. Eine der Voraussetzungen dafür, dass die Bierbrauereien das wichtigste Gewerbe der Stadt war sind die großzügigen Lagermöglichkeiten. Schon in frühester Zeit wurden Bierkeller in den Untergrund gegraben. Zunächst im Stadtteil Boxlohe, später am Pinzenberg. Ganz Schwabach ist unterkellert. Sogar der Marktplatz mit seiner Tiefgarage.

received_2056152997947730Doch nun zu den Kellern. Direkt neben der Hugenottenkirche ist der unscheinbare Einstieg. Klein niedrig und schmal, doch plötzlich öffnet sich der Raum zu einer Kathedrale. Von hier aus kilometerweit sind die Gänge rechts und links. Da die Abstellflächen für die Bierfässer, dort ein Brunnen, auf einem schwarzen Brett eine Wasseranalyse sie besagt dieses Wasser sei trinkbar. In einem der Räume hängt noch ein alter Erste-Hilfe-Kasten an der Wand, er gehörte zur Grundausstattung des alten Luftschutzkellers  (2. Weltkrieg). In diesem engen Raum hofften Kinder und Eltern angstvoll darauf, dass alles wieder gut wird. Auch heute noch sind viele Menschen von dieser Zeit geprägt und fürchten sich in engen Räumen. Ein Kellergang führt sogar unter der Hörtlerstorstraße hindurch auf die andere Straßenseite. Eingeschlagen in den rohen Fels.

received_2056153014614395Zum Abschluss noch ein Besuch in der kargen Hugenottenkirche. Sie wurde am 13. November 1687 eingeweiht und gilt als eine der ältesten reformierten Kirchen im Land. Die Steine stammen aus der Burg Kammerstein. Die Uhr vom ehemaligen Hörtlertor. Alles recycelt, so sagt man wohl heute. Nun gab es viel zu erzählen beim abschließenden Abendessen. Gerda Braun, die Vorsitzende des Vereins und „alte Schwabacherin“, konnte viel dazu beitragen.

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