Bericht 05./06.11.2016 Wanderpokale gehen nach Berlin und München

Verfasst von Karl-Heinz Probst am .

Als perfekte Gastgeber erwiesen sich die Hockerer des TV 1848 wieder einmal am vergangenen Wochenende. Die Organisation des 33. Internationalen Hallenhockeyturniers für Damen und Herren um die Pokale der Stadt Schwabach klappte, wie auch Bürgermeister Roland Oeser bei der Siegerehrung betonte, gewohnt reibungslos, und die heimischen Teams zeigten gute Leistungen, ließen aber in den Endspielen den Gastmannschaften den Vortritt, so dass die Pokale wieder auf Reisen gehen dürfen.

Allstars

Im Bild oben die Mannschaft der ALLSTARS

Von links stehend: Oliver Hentschel, Wolfgang Hentschel, Markus Voh, Felix Lieser, Fabian Lessner, Frank Bischof, Justus Scharowsky

Von links kniend: Tobias Hentschel, Michael D’Angelo, Tobias Hauptstock, Daniel D’Angelo, Florian Gebhard

Von den 20 teilnehmenden Mannschaften stammten diesmal gleich fünf aus Schwabach, da bei den Damen der HC Wacker München kurzfristig absagen musste und durch Schwabach 2 ersetzt wurde. Diese Reserve schlug sich durchaus wacker und kam im ersten Spiel gegen den HTC Würzburg sogar zu einem etwas überraschenden Erfolg: Tea Damjanovic, Shania Staub und Ali Bittner sorgten mit ihren Treffern schon bis zur Pause für eine 3:2-Führung, kurz vor Schluss machte Anna Fischer mit dem 4:2 alles klar. Nach nur zwei Stunden Pause musste das Team gegen die eigene Erste antreten. Hier war der Vorteil klar auf Seiten der Oberligamannschaft, die schon nach drei Minuten in Führung ging (Julia Pfeiffer). Bis zur Pause erhöhten Rebecca Schmidt und Anne Sellmann auf 3:0. Nach dem vierten Treffer der Ersten durch Judith Steiner, gelang der Zweiten das Ehrentor (Tea Damjanovic), ehe Hannah Brandl für den 5:1-Endstand sorgte. Auch am Sonntagmorgen machte es die 48er Reserve dem HC Ludwigsburg, der sich als Gruppenzweiter immerhin fürs Halbfinale qualifizierte nicht leicht. Erst nach zähem Widerstand musste man sich 1:3 geschlagen geben.

Ludwigsburg war am Samstag der erste Gegner von Schwabach 1 in einer engen Partie gewesen. Zwar brachte Christian Krick ihr Team schon nach fünf Minuten in Führung, doch glich der Gast kurz vor der Pause aus. Unmittelbar nach Wiederanpfiff gelang Judith Steiner die erneute Führung. Mit zwei Treffern in der 37. und 43. Minute sorgte Alexandra Schwarz für die Vorentscheidung, ehe kurz vor Schluss Ludwigsburg noch das 2:4 gelang. Eine recht einseitige Sache war das letzte Gruppenspiel der Schwabacher Damen gegen den HTC Würzburg am Sonntagmorgen. Die Unterfränkinnen leisteten wenig Gegenwehr, so dass die Partie schon zur Pause entschieden war, nachdem Christina Krick, Victoria Vockentanz und dreimal Judith Steiner mit ihren Treffern für einen 5:0-Vorsprung gesorgt hatten. Gegen Ende des Spiels erhöhten Victoria Vockentanz und Alexandra Schwarz zum 7:0-Endstand.

Damit stand Schwabach 1 im Halbfinale gegen den Gruppenzweiten der anderen Riege, den SC Frankfurt 1880, der den Neunkirchener HC und die Bayreuther TS hinter sich gelassen hatte. In der fünften Minute brachte hierbei Victoria Vockentanz ihre Farben in Führung; nach einigen vergebenen Chancen gelang Melissa Knappke in der 15. Minute das 2:0. Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel verkürzte Frankfurt zwar, aber mit dem 3:1 zehn Minuten später durch Tea Damjanovic wussten die Schwabacherinnen die richtige Antwort. Das 3:2 der Frankfurterinnen durch die Schlussecke hatte nur noch statistische Bedeutung. Im zweiten Semifinale setzte sich der SC Charlottenburg Berlin klar mit 6:3 gegen den HC Ludwigsburg durch und ging somit auch favorisiert in das Endspiel.

Allerdings boten die 48erinnen den Gästen, die von der ehemaligen Nationalspielerin Steffi Hentschel, die in den 80er und 90er Jahren auch in Schwabach als Spielerin und Trainerin aktiv war, betreut wurden, eine Halbzeit lang sehr gut Paroli. Melissa Knappke brachte ihr Team schon in der ersten Minute in Führung und die Berlinerinnen brauchten immerhin bis zur siebten Minute, ehe der Ausgleich fiel. Noch einmal legten die 48erinnen durch Hannah Brandl vor, doch das 2:2 ließ diesmal nicht lange auf sich warten. Leider vergab Schwabach in den nächsten Minuten drei Kurze Ecken, und Sekunden vor dem Pausenpfiff ermöglichte ein unglücklicher Abspielfehler der Schwabacher Hintermannschaft dem SCC die 3:2-Führung. Gleich nach Wiederanpfiff folgte das 2:4. Noch mehrfach waren die 48erinnen in den nächsten Minuten gefährlich vor dem Gästetor, konnten die Kugel aber nicht (bzw. einmal nicht regelgerecht) darin unterbringen. Viel effektiver mit ihren Chancen gingen hingegen die Charlottenburgerinnen um, die bis zur 30. Minute auf 7:2 davonzogen. Nun resignierten die 48erinnen, bei denen auch die Kräfte nachließen. Nach wenig ereignisreichen letzten zehn Minuten setzte der SCC mit dem 8:2 kurz vor dem Ende den Schlusspunkt und wurde so völlig verdient zum ersten Mal in 33 Jahren Turniersieger.

Auch in der Herrenkonkurrenz, in der insgesamt zwölf Mannschaften im Einsatz waren, nahm am Ende ein Neuling in der Siegerliste den Wanderpokal mit nach Hause. Hier waren aus Schwabach nicht nur die aktuelle erste und zweite Mannschaft im Einsatz, sondern auch das Team „48er Allstars“, das aus Spielern der Jahrgänge 1977-1979 bestand, die als C- und B-Knaben unter Trainer Wolfgang Hentschel in Schwabach zusammenspielten und später mit anderen Vereinen und z.T. der Nationalmannschaft große Erfolge feierten. Für den Einsatz beim Schwabacher Turnier nahmen manche von ihnen zum ersten Mal seit vielen Jahren einen Hockeyschläger in die Hand. Dass sie das Spielen aber in dieser Zeit nicht verlernt hatten, bekam gleich zum Auftakt am Samstagmittag die Bayreuther TS zu spüren. Schon nach acht Minuten hatten zweimal Michael d’Angelo und einmal Oliver Hentschel die Allstars mit 3:0 in Front gebracht. Zwar konnten die Oberfranken bis zur 20. Minute ausgleichen, aber noch vor der Pause brachte Tobias Hentschel die Oldies wieder in Führung. Nach dem Seitenwechsel ließen die Allstars nicht mehr anbrennen und bauten ihren Vorsprung Schritt für Schritt bis zum 12:6-Endstand aus, wobei Michael d’Angelo allein vier Treffer erzielte. Die übrigen Tore steuerten Felix Lieser (2), Tobias Hentschel und Frank Bischof bei.

Auch in der Partie am Samstagnachmittag gegen Schwabach 2 legten die Allstars zu Beginn drei Treffer vor (Justus Scharowski, Frank Bischof, Daniel d’Angelo), und nach dem Anschlusstreffer sorgte Oliver Hentschel für die 4:1-Pausenführung. Dem 5:1 nach Wiederanpfiff (Daniel d’Angelo) folgten drei Treffer von Schwabach 2, so dass die Partie beim 5:4 wieder offen erschien. Ab der 35. Minute schlugen die Allstars jedoch wieder zurück und zogen auf 8:4 davon (Michael d’Angelo, Tobias Hentschel, Daniel D’Angelo). Noch einmal kam Schwabach 2 zwei Treffer heran, doch in der Schlussphase sorgte Felix Lieser mit einem Doppelschlag für den 10:6-Endstand.

Am engsten war die Partie am Sonntagmorgen gegen den HCL Rot-Weiß München. Das Team aus der Landeshauptstadt ging in der siebten Minute durch eine Kurze Ecke in Führung. Zweimal Tobias Hentschel drehte mit seinen Treffern bis zur Pause die Partie zum 2:1. Mit einem Doppelschlag in der 40./41. Minute übernahm wieder München die Führung. Dann zogen die Allstars jedoch noch einmal an und erzielten in rascher Folge vier Treffer durch Felix Lieser, Justus Scharowski, Daniel d’Angelo und Florian Gebhard. Das 4:6 in der Schlussminute nutzte den Münchnern zwar im Spiel nichts mehr, wurde aber im Anschluss sehr bedeutend, da sie sich dadurch den vierten Halbfinalplatz als bester Zweitplatzierter sicherten.

Der TV 48 2 belegte in dieser Gruppe Rang drei. Im Auftaktspiel gegen RW München konnten die 48er nur in der ersten Halbzeit ordentlich mithalten, nach der es 2:4 stand. Nach dem Seitenwechsel zogen die Hauptstädter über 7:3 auf den 10:4-Endstand davon. Zu einem Achtungserfolg kam das Team am Sonntagvormittag. In einer hochspannenden, hin und her wogenden Partie besiegten sie die Bayreuther TS knapp mit 8:7. In der Herrengruppe drei setzte sich der HC Ludwigsburg mit drei Siegen souverän gegen den ASV München, den Nürnberger HTC und den HTC Würzburg durch.

Die aktuelle Oberligamannschaft der 48er hatte am Samstag gegen die HG Nürnberg einen holprigen Start. Zwar brachte Nick Distler sein Team in der siebten Minute in Front, doch bis zur Pause sorgte ein Nürnberger Stürmer durch ein Hattrick für eine 3:1-Führung seines Teams. Den Anschlusstreffer von Johannes Vydra konterte die HGN mit dem 4:2. In der 35. Minute war es erneut Vydra, der verkürzte, und als Christian Leberl in der 40. Minute für den Ausgleich sorgte, war alles wieder offen. Schließlich hatten aber doch die Gäste das bessere Ende für sich, denen in der 46. Minute das 5:4 gelang. Umso wichtiger war ein Sieg am Samstagabend gegen die tschechischen Gäste aus Pilsen. Auch in dieser Partie taten sich die Turner lange Zeit sehr hart, konnten jedoch am Ende mit 5:3 die Oberhand behalten. Eine überaus einseitige Sache war das letzte Gruppenspiel am Sonntagmorgen gegen den VfB Stuttgart. Die wohl vom Turnierabend sehr geschädigten Schwaben waren nicht mehr als ein Sparringspartner für den TV 1848, dessen 13:0-Sieg auch in dieser Höhe völlig in Ordnung war. Dabei trugen sich Marc Trautvetter (4), Johannes Vydra (3), Jan-Lasse Sappelt, Christian Leberl (je 2), Nils Hietzinger und Benedikt Runte in die Torschützenliste ein. Da die HGN ihr letztes Spiel (mit schwächerer Aufstellung als am Vortag) gegen Pilsen verlor, bedeutete dies für Schwabach den Gruppensieg und den Einzug ins Halbfinale.

Beide Semifinals bei den Herren wurden erst im Siebenmeterschießen entschieden. Die 48er Allstars mussten dabei erneut gegen RW München antreten und wohl etwas dem Kräfteverschleiß Tribut zollen. Jedenfalls gingen die Gäste in der ersten Halbzeit mit 2:0 in Führung. Oliver Hentschel und Michael d’Angelo gelang der Ausgleich, und sechs Minuten vor Schluss sorgte Daniel d’Angelo nach einem weiteren Münchner Tor für das 3:3, das am Ende der regulären Spielzeit Bestand hatte. In der ersten Runde des Siebenmeterschießens verwandelten alle sechs Schützen (für die Allstars Daniel d’Angelo, Felix Lieser und Frank Bischof), doch dann verschoss Felix Lieser im Sudden Death und ermöglichte München so den Finaleinzug. Der TV 48 1 ging in seinem Halbfinale gegen den HC Ludwigsburg zwar durch Christian Leberl mit 1:0 in Führung, kassierte aber bis zur Pause zwei Treffer zum 1:2. Nach dem Seitenwechsel kam es zunächst noch schlimmer, als die Gäste bis auf 4:1 davonziehen konnten. Doch in einer fulminanten Aufholjagd glichen die 48er in den letzten zehn Minuten durch Treffer von Jan-Lasse Sappelt, Nils Hietzinger und Johannes Vydra noch zum 4:4 aus. Im Siebenmeterschießen trafen für Schwabach Marc Trautvetter und Johannes Vydra, während Torhüter Nicolai Metscher zwei Ludwigsburger Schüsse hielt und somit zum Matchwinner wurde.

Wie die Damen gingen auch die Schwabacher Herren im Finale gleich in der ersten Minute in Führung (Johannes Vydra). Hatten die 48er in der neunten Minute noch Glück, als eine Ecke der Rot-Weißen am Pfosten landete, so mussten sie in der 14. Minute doch den Ausgleich der Münchner hinnehmen. In der vorletzten Minute der ersten Halbzeit bewies Nicolai Metscher noch einmal sein Können als Siebenmetertöter und rettete so das 1:1 in die Pause. Drei Minuten nach dem Seitenwechsel rettete Jan-Lasse Sappelt in höchster Not auf der Linie. Überhaupt waren nun die Gäste verstärkt am Drücker und gingen in der 33. Minute in Führung, als die 48er den Ball einfach nicht aus ihren Schusskreis heraus brachten. Nur 60 Sekunden später folgte das 3:1 für München. Nun versuchte Schwabach mit einem sechsten Feldspieler statt dem Torwart noch den Ausgleich zu erzwingen, aber mehr als der 2:3-Anschlusstreffer durch Joakim Metscher eine Minute vor Schluss sprang nicht mehr dabei heraus.

So ging der zweite Wanderpokal in die Landeshauptstadt, und es ist zu hoffen, wie auch bei der Siegerehrung, die Bürgermeister Roland Oeser zusammen mit Gerda Braun von TV 1848 und Helmut Gruhn vom Stadtverband vornahm, verlautet wurde, dass die diesjährigen Sieger (anders als ihre Vorgänger von den Stuttgarter Kickers) im nächsten Jahr wiederkommen, um die Pokale zu verteidigen.

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